© Theresa Clayton 2014

DOWN HOME BLUES DE LUXE

Datenschutzerklärung

31. Januar 2016, 18:50 Uhr  Wörthsee

Volle Kraft voraus

Vergnügt: Uli Lehmann, Steve Clayton, Peter Schneider und Oskar Pöhnl stellen sich extra für den Fotografen zum Gruppenbild auf.  (Foto:Fuchs)

 

Die "Wild Bluesmen" mit Power-Songs im rappelvollen Alten Bahnhof Steinebach

 

 

Von Gerhard Summer, Wörthsee

Peter Schneider ist mitten im schönsten Solo, als plötzlich der Strom wegbleibt.
Alle Scheinwerfer aus, kein Ton mehr aus den Verstärkern.
Ja gut, was soll's?
Das Publikum ist schon zu Beginn des Konzerts so enthusiasmiert, dass es rhythmisch weiterklatscht.
Uli Lehmann lässt seinen Kontrabass dazu brummen, Schneider packt die Harp aus,
Drummer „Ossi“ Oskar Pöhnl verschwindet.
Und als ein paar Minuten später wieder das Licht angeht und das Stück zu Ende gebracht ist, meint Gitarrist Schneider: So was habe er noch nie erlebt, dabei spiele er seit 25 Jahren im Alten Bahnhof Steinebach.
"
Ohne Pause?", fragt Pianist und Sänger Steve "Big Man" Clayton trocken.
Schon möglich. Wenn man die Band hört, drängt sich der Eindruck auf, dass die Musiker seit Jahrzehnten miteinander auftreten und ihr Leben lang nichts anderes gemacht haben als saftigen Blues, Boogie, Shuffle und Rock'n'Roll.
Bei The Wild Bluesmen geht jedenfalls grundsätzlich die Post ab.
Dabei ist dieses Quartett, das seinem Namen mit mächtigem Groove und voranpreschenden Nummern alle Ehre macht, erst seit ein, zwei Jahren in dieser Besetzung unterwegs.

Die Aufgaben sind klar verteilt:
Lehmann und Pöhnl halten sich dezent im Hintergrund, denn Clayton, der seine tief schwarze Stimme manchmal wunderbar rau klingen und in die Obertöne kippen lässt, und Schneider sind nun mal die bestimmenden Pole:
zwei Männer, die auf ihren Instrumenten fast alles können - außer pausieren.
Wenn Clayton, von dem auch alle Eigenkompositionen stammen, allein einen verzwickt gegenläufigen Boogie Woogie in die Tasten hämmert und es gewaltig rauschen und perlen lässt, dann hat das was von einer Zirkusnummer.
Schneider wiederum steuert erdige, melodiöse Solos bei, die er mit leicht angejazzten Akkorden verzahnt.
 

90 Prozent der Songs, darunter auch Klassiker von Fats Domino und Jesse Lee Turner und eine bemerkenswert stimmige Boogie-Woogie-Version von Led Zeppelins "Whole Lotta Love" mit einem eher an Ritchie Blackmore angelehnten Gitarrensolo, sind ähnlich aufgebaut:

erst singt Clayton, dann kommen auch schon die Solis. Und so virtuos der Keyboarder und der Gitarrist zu Werke gehen - manchmal sind bei ihren Alleingängen auch ein paar Mätzchen dabei. Die Zuhörer im rappelvollen Bahnhof störte das nicht im Mindesten:


Partystimmung in Steinebach und rauschender Applaus für die Bluesmen.

 

Zu Seite 2